Montag, 16. November 2009

Nachhaltigkeitsillusionen

Die Meeresspiegel steigen, die Erde erwärmt sich, die Müllberge wachsen. Unsere Öko-Anstrengungen sind halbherzig: Wenn Sie Ihr Zehn-Liter-Auto gegen ein Fünf-Liter Auto eintauschen ist das so, als wenn Sie anstatt zehn Plastikflaschen in Zukunft nur noch fünf in den Straßengraben werfen würden. Machen Sie hoffentlich auch nicht. Wir Deutsche denken, wir seien Öko-Weltmeister, in einer Studie der amerikanischen National Geographic Society landen wir unter 17 Ländern aber nur auf Platz 10. Das wissen wir eigentlich alles. Warum aber ändern wir unser Verhalten trotzdem nicht grundlegend?

Die meisten unserer Entscheidungen treffen wir im Spannungsfeld zwischen Analyse (Kosten/Nutzen) und Emotionen (Risiko/Belohnung). Die (Mehr-)Kosten für nachhaltiges Verhalten entstehen sofort. Der Nutzen „heile Welt“ stellt sich – ziemlich abstrakt – erst nach 40 Jahren ein. Jetzt im nassen und kalten Herbst Samstags morgens mit dem Fahrrad anstatt im Auto mit Sitzheizung zum Bäcker fahren, erscheint uns doch wirklich unnötig hart, oder?
Was bedeutet das? Nachhaltiges Verhalten darf nicht an Verzicht geknüpft sein. Nullemission, Passivhaus und Abfallvermeidung klingen unattraktiv. Nachhaltigkeit soll Spaß machen, Arbeitsplätze schaffen und sofort Geld verdienen. Geht auch. Schauen Sie zum Beispiel mal unter www.guessing.co.at unter dem Link „Wirtschaft“ nach. So machen beispielsweise Energiegewinnung und Verbrauch wieder Spaß!