Das Internet wird heutzutage als umfassende Bibliothek genutzt. Es heißt, das World Wide Web würde einen wichtigen Anteil zur Meinungsvielfalt beitragen. Tut es das wirklich? Neueste Forschungsergebnisse belegen das Gegenteil: Suchmaschinen passen ihre Ergebnisse an unser tägliches Suchverhalten an: Wenn zwei Menschen das gleiche Stichwort googlen, werde sie unterschiedliche, nämlich jeweils "optimierte" Suchergebnisse erhalten. Social Media passen ihre Vorschläge für spannende Themen anhand unseres Surf-Verhaltens und unserer Bewertungen auf den Seiten an ("gefällt mir" Button bei Facebook oder Podcast Vorschläge bei iTunes). Dies führt letztendlich zu einer eingeschränkten, sich immer wieder selbst bestätigenden, Informationswahrnehmung. Neue Perspektiven werden gar nicht aufgedeckt.
Einen ähnlichen Prozess kann man auch in vielen Unternehmen beobachten: Bequemlichkeit oder auch Dominanz von Führungskräften führen zu sich immer wieder selbst bestätigenden Meinungen in Firmen. Wie oft höre ich in Gesprächen den Satz "wir wissen schon, was unsere Kunden wollen"! Aber: Stimmt das wirklich?
Gerade führen wir für einen globalen Konzern ein Beratungsprojekt für ein neuartiges Produkt durch. In der Anfangsphase haben wir 74 bislang unausgesprochene Kundenbedürfnisse und damit potenzielle Innovationsfelder identifiziert. Nur eines deckte sich mit den insgesamt 10 Vorschlägen der Entwicklungsingenieure unseres Klienten. Unsere nächste Aufgabe muss sein, aus den 74 Bedürfnissen ein Kunden-orientiertes und erfolgreiches Bündel zu schnüren. Dann können in Workshops erfolgreiche Innovationen entwickelt werden.
Wie gut kennen Sie die bislang unausgesprochenen Bedürfnisse Ihrer Kunden?
Freitag, 15. Juli 2011
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