Donnerstag, 23. Juli 2009

40 Jahre Mondlandung

Seit der berühmten Berliner Grundsatzrede des früheren Bundespräsidenten Roman Herzog aus dem Frühjahr 1997 ist die Ruck-Rede zum geflügelten Wort geworden. Herzog forderte damals die Deutschen dazu auf, den Teufelskreis aus Resignation, Reformblockade und Verlust an wirtschaftlicher Dynamik zu durchbrechen. Die Wirkung dieser Rede mag jeder selbst beurteilen.

Die folgenreichste Ruck-Rede mit unbestreitbar fundamentaler Wirkung hat aber schon lange vor Herzog ein Politiker ganz anderen Formats gehalten: John F. Kennedy. Am12. September 1962 hielt er an der Rice University eine Rede, in der ankündigte, Amerika wolle noch vor Ablauf des Jahrzehnts einen Menschen zum Mond bringen und wieder sicher zur Erde zurückholen. Interessant und beachtenswert ist die Motivation: „Wir haben uns entschieden, in diesem Jahrzehnt zum Mond zu fliegen und andere Dinge zu unternehmen, nicht weil sie einfach sind, sondern weil sie hart sind.“ Nichts also für Dünnbrettbohrer. Mit diesen Worten gelang es dem jungen, charismatischen Präsidenten das Volk und die Politiker hinter sich zu einen. Nur so konnte das größte zivile Unternehmen in der Geschichte der Menschheit gelingen.

Die Begeisterung über die erste Landung von Menschen auf dem Mond ist immer noch lebendig, wie das heutige 40-jährige Jubiläum und seine Rezeption in den Medien beweist. Welcher Politiker vermag heute noch eine solche Begeisterung auszulösen, und wo ist das Volk, das diese Begeisterung aufgreifen und zur nationalen Aufgabe erheben kann?

Falls Sie die Rede im Wortlaut nachlesen möchten: www.hbci.com/~tgort/jfk_rice.htm

Thomas Bührke
www.buehrke.com

Freitag, 10. Juli 2009

"Filme zu zeigen, reicht nicht"

Bei Blickpunkt:Film im Interview.

Mittwoch, 1. Juli 2009

Piraten des 21. Jahrhunderts

The Pirate Bay – wohl das berühmteste Filesharing Portal derzeit – wird die Anonymität der Nutzer in Zukunft mit Hilfe von VPN Technologie schützen. Ungeachtet der Illegalität, spricht dies für die enorme Energie und den Erfindergeist der Betreiber. Offenbar entwickeln sich im Internet neue Märkte und Dynamiken, die sich nicht mehr aufhalten lassen. Auch nicht durch die mächtigen Musik- und Videolables, die – mit entsprechendem Aufwand und Imageschaden – als Goliaths gegen die kleinen Davids kämpfen. Die Sympathien und die Bewunderung liegen zur Zeit eher auf Seite der Piraten und der (jungen) Konsumenten.

Die Branche wird akzeptieren müssen, dass für Konsumenten nicht mehr der Besitz von Musik im Vordergrund steht, sondern die Nutzung. Natürlich wird es immer Menschen geben, die Musik und schöne Cover auch besitzen wollen, aber grundsätzlich ist für die meisten die Diskrepanz zwischen 20 Euro Kaufpreis und 0 Euro Kopierkosten zu groß. Ein neues Geschäftsmodell muss also zunächst auf die Nutzung und später auf das Teilen abzielen: Im ersten Schritt (Nutzung) wäre ein Modell analog zur GEMA oder den Rundfunkgebühren denkbar. Im zweiten Schritt (Teilen) muss das Geld beim Datentransfer verdient werden.

Ein Sprichwort sagt, „umarme Deinen Feind“: die Branche sollte die Energie, die Intelligenz und den Entwicklergeist der jungen Rebellen nutzen und sich an die Spitze eines nicht mehr aufzuhaltenden Fortschritts stellen.

Dies betrifft übrigens auch Zeitungen, Zeitschriften und Bücher. Auch für letztgenannte ist die Herausforderung bereit sichtbar. Schlaue Verleger richten sich schon jetzt darauf ein.