Seit der berühmten Berliner Grundsatzrede des früheren Bundespräsidenten Roman Herzog aus dem Frühjahr 1997 ist die Ruck-Rede zum geflügelten Wort geworden. Herzog forderte damals die Deutschen dazu auf, den Teufelskreis aus Resignation, Reformblockade und Verlust an wirtschaftlicher Dynamik zu durchbrechen. Die Wirkung dieser Rede mag jeder selbst beurteilen.
Die folgenreichste Ruck-Rede mit unbestreitbar fundamentaler Wirkung hat aber schon lange vor Herzog ein Politiker ganz anderen Formats gehalten: John F. Kennedy. Am12. September 1962 hielt er an der Rice University eine Rede, in der ankündigte, Amerika wolle noch vor Ablauf des Jahrzehnts einen Menschen zum Mond bringen und wieder sicher zur Erde zurückholen. Interessant und beachtenswert ist die Motivation: „Wir haben uns entschieden, in diesem Jahrzehnt zum Mond zu fliegen und andere Dinge zu unternehmen, nicht weil sie einfach sind, sondern weil sie hart sind.“ Nichts also für Dünnbrettbohrer. Mit diesen Worten gelang es dem jungen, charismatischen Präsidenten das Volk und die Politiker hinter sich zu einen. Nur so konnte das größte zivile Unternehmen in der Geschichte der Menschheit gelingen.
Die Begeisterung über die erste Landung von Menschen auf dem Mond ist immer noch lebendig, wie das heutige 40-jährige Jubiläum und seine Rezeption in den Medien beweist. Welcher Politiker vermag heute noch eine solche Begeisterung auszulösen, und wo ist das Volk, das diese Begeisterung aufgreifen und zur nationalen Aufgabe erheben kann?
Falls Sie die Rede im Wortlaut nachlesen möchten: www.hbci.com/~tgort/jfk_rice.htm
Thomas Bührke
www.buehrke.com
Donnerstag, 23. Juli 2009
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