Mittwoch, 1. Juli 2009

Piraten des 21. Jahrhunderts

The Pirate Bay – wohl das berühmteste Filesharing Portal derzeit – wird die Anonymität der Nutzer in Zukunft mit Hilfe von VPN Technologie schützen. Ungeachtet der Illegalität, spricht dies für die enorme Energie und den Erfindergeist der Betreiber. Offenbar entwickeln sich im Internet neue Märkte und Dynamiken, die sich nicht mehr aufhalten lassen. Auch nicht durch die mächtigen Musik- und Videolables, die – mit entsprechendem Aufwand und Imageschaden – als Goliaths gegen die kleinen Davids kämpfen. Die Sympathien und die Bewunderung liegen zur Zeit eher auf Seite der Piraten und der (jungen) Konsumenten.

Die Branche wird akzeptieren müssen, dass für Konsumenten nicht mehr der Besitz von Musik im Vordergrund steht, sondern die Nutzung. Natürlich wird es immer Menschen geben, die Musik und schöne Cover auch besitzen wollen, aber grundsätzlich ist für die meisten die Diskrepanz zwischen 20 Euro Kaufpreis und 0 Euro Kopierkosten zu groß. Ein neues Geschäftsmodell muss also zunächst auf die Nutzung und später auf das Teilen abzielen: Im ersten Schritt (Nutzung) wäre ein Modell analog zur GEMA oder den Rundfunkgebühren denkbar. Im zweiten Schritt (Teilen) muss das Geld beim Datentransfer verdient werden.

Ein Sprichwort sagt, „umarme Deinen Feind“: die Branche sollte die Energie, die Intelligenz und den Entwicklergeist der jungen Rebellen nutzen und sich an die Spitze eines nicht mehr aufzuhaltenden Fortschritts stellen.

Dies betrifft übrigens auch Zeitungen, Zeitschriften und Bücher. Auch für letztgenannte ist die Herausforderung bereit sichtbar. Schlaue Verleger richten sich schon jetzt darauf ein.

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